In der Klimapolitik geht es darum, unsere knappen Ressourcen nicht zu verschwenden

 

Selbst Ökonomen, die den Konsens des IPCC nicht anzweifeln, kritisieren die Klimapolitik, wie sie die Staatengemeinschaft aufgrund des Pariser Abkommens durchsetzen will. Der bissigste Kritiker ist seit zwanzig Jahren der dänische Politikwissenschaftler Björn Lomborg. Er wies schon mit seinem Buch Apocalypse No! nach, "wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickeln" und riet auch beim Klimawandel, einen kühlen Kopf zu bewahren: Cool It. Und er zeigt mit seinem Copenhagen Consensus Center, das renommierteste Ökonomen zusammenbringt, wie sich die knappen Ressourcen am effektivsten einsetzen liessen, um die wahren Probleme der Welt zu lösen. Obwohl sich Björn Lomborg strikt an den Konsens hält, zieht er mit seiner Kritik den Hass der Rechtgläubigen auf sich.

Keine Panik, rät auch der englische Wissenschaftsautor Matt Ridley, der als 5. Viscount Ridley im House of Lords sitzt. Er sieht sich selber als Rational Optimist, der an Fortschritt und Wohlstand für alle glaubt, in Klimafragen als "Lukewarmer", also als "Lauwarmen". Seine optimistische Sicht, auf die Fakten gestützt, legte er zum Beispiel in seiner Annual Lecture für die Global Warming Policy Foundation dar.

Kritische Stimmen zur Energiepolitik und damit auch zur Klimapolitik finden sich in der Schweiz vor allem im Carnot-Cournot-Netzwerk um die emeritierten Professoren Silvio Borner und Bernd Schips. Der lose Zusammenschluss will gemäss seinen Vorbildern, dem Ingenieur Nicolas Léonard Sadi Carnot (1796 –1832) und dem Ökonomen Antoine Augustin Cournot (1801 –1877), die Gesetze aufzeigen, "die dem menschlichen Handeln unverrückbare physikalische oder ökonomische Grenzen setzen". Deshalb führt er am 25. Juni auch eine Tagung zum Klimawandel durch, weil "lautstarkere Forderungen zur angeblichen Rettung des Klimas nicht nur die echten Herausforderungen ausblenden, sondern auch gangbare Wege für eine lebenswerte Zukunft".

Zum Carnot-Cournot-Netzwerk gehören auch drei der Gründer dieser Website, vor allem der Ökonom Hans Rentsch. Er wirbt auch als markante Stimme in der Klimapolitik für Markt, Effizienz und Rationalität, so in einem Artikel zur Gletscherinitiative in der NZZ oder in einem Brief an die Klimajugend in der NZZ am Sonntag.