Die Klimaerwärmung lässt sich nicht mit natürlichen Einflüssen erklären

 

Die Schweizer Klimahistoriker sind zu bedauern. Der Berner Professor Christian Pfister forschte schon für seine Dissertation von 1975 zum Einfluss der Witterung und prägte sein Fach mit bahnbrechenden Arbeiten, vor allem zur Kleinen Eiszeit, einer folgenschweren Klimaabkühlung in der frühen Neuzeit. Und jetzt liefern jüngere Kollegen immer wieder spannende Studien, teils in den renommiertesten Journalen. Aber die Forscher können ihre Erfolge oft nicht auskosten – weil ihre Erkenntnisse nicht zum Dogma passen, dass die Erwärmung menschengemacht ist.

Ein Beispiel ist der Deutsche Ulf Büntgen, der am ETH-Institut WSL in Birmensdorf arbeitete, in Bern seine Habilitation machte und jetzt in Cambridge lehrt. Er brachte 2011 als Erstautor eine Studie in die Zeitschrift Science: Die Forscher zeigten mit Jahrringen von Bäumen die Klimaentwicklung der letzten 2500 Jahre, so auch eine starke Abkühlung im 4. Jahrhundert, die zum Zusammenbruch des Römischen Reiches und zur Völkerwanderung führte. Sie erkannten dabei: „Die modernen hydroklimatischen Variationen mögen zu Zeiten in Stärke und Dauer übertroffen worden sein.“ Im Klartext: Es gab in der Geschichte starke Schwankungen und vor allem wärmere Zeiten – aufgrund natürlicher Entwicklungen, ohne menschlichen Einfluss. Deshalb betonten die Forscher im Abstract, selbstverständlich sei die aktuelle Erwärmung „noch nie da gewesen“. Und sie empfahlen als Fazit: „Solche historischen Daten können die Grundlage bieten, um der gegenwärtigen politischen und fiskalischen Zurückhaltung bei Massnahmen gegen den vorausgesagten Klimawandel entgegenzuwirken.“ Eigenartig, denn eigentlich haben politische Empfehlungen in wissenschaftlichen Studien nichts zu suchen. Und vor allem verschwiegen die Forscher: Die Menschen litten in der Geschichte oft unter dem Klimawandel – aber immer wegen Abkühlungen, nie wegen einer Erwärmung.

Nur das CO2 darf die Klimaentwicklung bestimmen, schon gar nicht die Sonnenaktivität. Genau das zeigten allerdings Schweizer Forscher, meist mit dem Finnen Ilya Usoskin. Der Eawag-Forscher Jürg Beer erklärte 2004 die „ungewöhnliche Aktivität der Sonne“ in den letzten Jahrzehnten zum „seltenen oder gar einzigartigen Ereignis“. Und der Berner Professor Fortunat Joos beobachtete 2014 eine Entwicklung der Sonnenaktivität, die auffallend mit jener der Temperatur übereinstimmt. Aber mit der Klimaerwärmung hatte das nichts zu tun.

Ausserordentlich starke Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert
Ausserordentlich starke Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert

In Nöte geriet auch der Berner Professor Stefan Brönnimann. Er wollte erklären, weshalb sich das Klima im frühen 20. Jahrhundert erwärmte, obwohl es damals weniger CO2 gab. Und er fand nur „regionale Anomalien“ wie eine Erwärmung der Arktis oder die Hitzewellen in den USA, die zur „Dust Bowl“ führten. Als Erklärung diente also, was zu erklären war – eine intellektuelle Höchstleistung.