Die Wissenschaftler des IPCC kommen zu eindeutigen Erkenntnissen

 

Was der IPCC macht, ist das Gegenteil von Wissenschaft. Der Philosoph Karl Popper lehrte: Wissenschaftler können ihre Aussagen nie als wahr beweisen (verifizieren); sie können nur zu vorläufigen Wahrheiten kommen, wenn sie ihre Aussagen auf alle möglichen Weisen überprüfen und dabei nicht als falsch widerlegen (falsifizieren). Denn gerade für Wissenschaftler gilt, was die Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman zeigten: Wir Menschen erliegen der Neigung, nur zu sehen und zu hören, was unser Weltbild bestätigt – dem Confirmation Bias.

Deshalb braucht die Wissenschaft Kritik; sie ist gemäss dem Diktum des Soziologen Robert Merton „organisierte Skepsis“. In der Klimaforschung aber gilt „Skeptiker“ als Schimpfwort. Seit dreissig Jahren bekommt nur noch Forschungsgelder und Lehrstühle, wer die These bestätigen will, dass es eine unnatürliche Erwärmung gibt, dass der Klimawandel also menschengemacht ist und dass der wachsende Ausstoss von CO2 daran den grössten Anteil hat. Das gilt gerade auch in der Schweiz.

Der IPCC sichtet in seinen Assessment Reports den Forschungsstand, durchaus differenziert und kritisch, wie es die Wissenschaft gebietet. Die Unsicherheiten verschwinden aber in den Zusammenfassungen für die Politik, die mit Vertretern der Regierungen Satz für Satz abgesegnet werden, und in den von PR-Leuten ausgetüftelten Botschaften für das Publikum. Dabei machen auch Forscher mit, die es besser wissen, wie Thomas Stocker. Das heisst: Die Klimaforschung ist der Wissenschaft gewordene Confirmation Bias.

Und es heisst, dass die Klimaforschung Wissenschaftler ausschalten muss, die den Konsens auch nur anzweifeln, wie es ihre Aufgabe als Wissenschaftler ist. Das gilt selbst für renommierteste Atmosphärenphysiker: Richard Lindzen, Professor in Harvard und am MIT, der aus dem IPCC rausgedrängt wurde. Judith Curry, die als Chair der School of Earth and Atmospheric Sciences an der Georgiatech zwischen Alarmisten und Skeptikern vermitteln wollte, aber aus ihrem Amt gemobbt wurde. Oder John Christy, der an der University of Alabama seit 1978 das Satellitenmesssystem aufbaute und damit in den 1980er-Jahren statt einer Erwärmung eine Abkühlung zeigte, weshalb er seither verschrien wird.

Temperaturentwicklung gemäss Satellitensystem der University of Alabama in Huntsville, Spencer 2013
Temperaturentwicklung gemäss Satellitensystem der University of Alabama in Huntsville, Spencer 2013

In der Schweiz gibt es kaum skeptische Wissenschaftler, weil die Uni Bern mit führenden IPCC-Leuten seit dreissig Jahren die Forschung beherrscht. Allerdings hielt der Motorenforscher Lino Guzzella im Sommer 2012, vor seinem Amtsantritt als Rektor und später als Präsident der ETH, noch kritische Referate zur Energiewende. Er sagte, Länder wie China oder Indien hätten ein Recht, ihre Kohle zu nutzen. Denn: „Ohne Energie ist es ein lausiges Leben.“ Im Amt sagte er nichts mehr dazu.