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Republikaner mit Maulkorb

Schon viele wollten die lästigen Kritiker der Klimapolitik zum Schweigen bringen: "The science is settled", trompeten IPCC-Forscher seit zwanzig Jahren – auch wenn sie immer noch nicht wissen, ob die Klimaerwärmung bei einer Verdoppelung des CO2-Anteils (Klimasensitivität) nun 1.5 oder 4.5 Grad beträgt. Für die Forderung, dass man in den Medien gar nichts mehr äussern dürfe, was vom Dogma abweicht, brauchte es aber einen Jungjournalisten aus der Redaktion, die den Journalismus und damit die Republik retten will: "Wenn der Journalismus stirbt, stirbt auch die offene Gesellschaft, das freie Wort, der Wettbewerb der besten Argumente."

Dieser Wettbewerb der Einsichten und Erkenntnisse soll jedoch nicht gelten, wenn es um das Klima geht. "Keine Bühne mehr für Klimaleugner", fordert Elia Blülle in der Republik. Er räumt zwar ein:

Trotz einem breiten wissenschaftlichen Konsens und signifikanter Evidenz zweifelt auch in der Schweiz immer noch ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung an der Ursache für die Klimaerwärmung. Gemäss der «European Social Survey» glauben nur 44 Prozent der befragten Schweizer, dass hauptsächlich der Mensch für die Erwärmung verantwortlich ist.

Aber er sieht das als Missstand, weil das Volk die "unbestrittenen" Erkenntnisse des IPCC missachte. Und er weist die Schuld dafür den Medien zu (obwohl sie sich fast ausnahmslos als PR-Agentur der Klimaforscher verstehen), weil Klimaskeptiker immer noch Gelegenheit bekämen, "ihre Zweifel ungehindert zu streuen". Das müsse aufhören, findet der Jungjournalist, vor allem bei der SRG:

Mitte März konnte SVP-Nationalrat Claudio Zanetti in der SRF-«Arena» ungehindert behaupten, dass die Klimaerwärmung eine Art Religion sei. Später legte er das nachweislich falsche Argument nach, dass es schon im Mittelalter globale Temperaturschwankungen gegeben habe.

Der SVP-Nationalrat legte zwar in der "Arena" dar, was die Klimahistoriker immer wussten – bis Michael Mann vor zwanzig Jahren seine berüchtigte Hockeystick-Grafik bastelte, um "die mittelalterliche Warmzeit loszuwerden". Aber das gilt jetzt als völlig falsch, zumindest gemäss den IPCC-Propagandisten von klimafakten.de beziehungsweise skepticalscience.com, auf deren Katechismus der Zensor verlinkte. Und wer auch nur am Dogma zweifelt, soll sich bei der SRG nicht mehr äussern dürfen – nach dem Vorbild der BBC:

Die britische Rundfunkanstalt hat sich gefragt, wie man mit Klimaleugnern umgehen soll – und eine so simple wie klare Antwort gefunden.

Das weltweit wichtigste öffentlich-rechtliche Medium hat im vergangenen Jahr

redaktionelle Richtlinien für seine Klimaberichterstattung erlassen, die sich grob auf zwei Punkte reduzieren lassen:

–  Die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung existiert. Die BBC akzeptiert, dass der Bericht des Weltklimarats eine fundierte wissenschaftliche Evidenz für die Klimaerwärmung liefert. Und wenn die Wissenschaft die Klimaerwärmung beweist, sollten die BBC-Journalisten auch darüber berichten.

–  Wenn man die Klimaerwärmung als wissenschaftlich bewiesen erachtet, braucht es keine Skeptiker, um die Debatte auszubalancieren. Man lasse auch niemanden zu Wort kommen, der behauptet, dass Manchester United letzten Samstag 2:0 gewonnen habe, obwohl die Mannschaft das Spiel verloren hat.

Denn schliesslich weiss der Journalist auch ohne Recherche, dass "ein Netz von Klimaskeptikern wissenschaftliche Erkenntnisse untergräbt und im Internet Unwahrheiten verbreitet". Das zumindest will die NZZ am Sonntag herausgefunden haben: Ihre Recherche beschränkte sich darauf, alle bekannten Kritiker der Klimapolitik im deutschsprachigen Raum – zumeist aufgrund von losen Kontakten – in ein Netz von Klimaleugnern einzubinden, das angeblich "Forscher diffamiert".

Die Gründer dieser Website fanden sich ebenfalls im Netz wieder: Hans Rentsch, der als Ökonom seit Jahren zur Klimapolitik publiziert, Heinz Schmid und Martin Schlumpf, weil sie beim Carnot-Cournot-Netzwerk mitarbeiten, Markus Schär, weil er als Redaktor der Weltwoche die Klimadebatte verfolgte, gelegentlich mit Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning zusammenarbeitete und der Verbreitung seiner Artikel durch EIKE zustimmte.

Und sie zogen zwei Lehren daraus. Erstens: Die Kritiker müssen sich tatsächlich besser vernetzen. Zweitens: Die Kritik muss die Öffentlichkeit auf anderen Kanälen erreichen – denn die meisten Schweizer Medien üben schon jetzt Zensur. Willkommen auf dieser Website.